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Notrufsäulen werden zu Lebensrettern an Stränden und Badeseen

Veröffentlicht: Freitag, 28.08.2020
Autor: Thies O. Wolfhagen
Thies O. Wolfhagen (DLRG LV SH), Andreas Köpke (Bürgermeister Gemeinde Blekendorf) und Christian Lang (Steiger Stiftung) an der ersten Notrufsäule am Sehlendorfer Strand.
Christian Lang und Andreas Mihm (beide Steiger Stiftung) mit Svenja Lüdeke (DLRG LV SH), Jörg Sibbel (Bürgermeister Stadt Eckernförde) und Thies O. Wolfhagen (DLRG LV SH) an der Notrufsäule am Borbyer Strand.
Andreas Mihm (Steiger Stiftung) an der Notrufsäule am Borbyer Strand in Eckernförde.
Thies O. Wolfhagen (DLRG LV SH) präsentiert die Alarmierung an der Notrufsäule am Borbyer Strand in Eckernförde.
Thies O. Wolfhagen (DLRG LV SH), Andreas Köpke (Bürgermeister Gemeinde Blekendorf) und Christian Lang (Steiger Stiftung) an der ersten Notrufsäule am Sehlendorfer Strand.
Notrufsäule Nr. 3 am Sehlendorfer Strand in der Gemeinde Blekendorf.
Thies O. Wolfhagen (DLRG LV SH) und Christian Lang (Steiger Stiftung) an der 4. Notrufsäule am Sehlendorfer Strand.)

DLRG Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und Björn Steiger Stiftung starten neues Projekt gegen den Ertrinkungstod: Eine neue Kooperation der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Landesverband Schleswig-Holstein e.V., sorgt dafür, dass bei Notfällen an Badeseen und Badestränden künftig über Notrufsäulen Hilfe angefordert werden kann. Vertreter der DLRG Schleswig-Holstein, der Björn Steiger Stiftung und der Stadt Eckernförde, der Stadt Hohenlockstedt und der Gemeinde Blekendorf haben in der 35. KW symbolisch sechs der ersten Säulen in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen. - Die erste Notrufsäule im Land wurde bereits im Juli in Tönning aktiviert.

Zahlreiche weitere Installationen folgen in den nächsten Wochen z. B. an den Standorten Vollerwiek (Eiderstedt), Norgaardholz, Kronsgaard und Hasselberg in Kooperation mit den örtlichen DLRG-Gliederungen.

Der Sommer 2020 ist durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich anders verlaufen als in den Vorjahren: Die Anzahl derer, die ihren Urlaub an den Stränden von Nord- und Ostsee, aber auch an den zahlreichen Badeseen und Binnengewässern in Schleswig-Holstein verbracht haben, hat deutlich zugenommen. So kam es in diesem Sommer bereits zu zahlreichen Badeunfällen und einem Anstieg der Ertrinkungszahlen.

In einem solchen Notfall zählt jede Sekunde – oft haben Badegäste und Ersthelfer am See oder am Strand für einen Notruf aber kein Handy parat. Mit den von der Björn Steiger Stiftung neu entwickelten Notrufsäulen kann im Ernstfall schnell Hilfe gerufen werden. Die Säulen sind gut sichtbar und nah am Wasser zu finden. Wird eine kritische Situation erkannt, kann man mit einem Knopfdruck direkt die Rettungsleitstelle erreichen, der Standort wird dabei automatisch durch ein GPS-Signal übermittelt. – Die Rettungsleitstellen alarmieren dann z. B. die DLRG und andere Einsatzkräfte, die am schnellsten den Einsatzort erreichen, um passende Hilfe leisten zu können.

„Die Gefahren am und im Wasser sind vielfältig und immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen. 417 Todesfälle durch Ertrinken gab es 2019 in Deutschland – alleine 19 davon in Schleswig-Holstein – die meisten in Gewässern ohne permanente Badeaufsicht. Das müssen wir leider auch in Schleswig-Holstein, wo in 2020 bereits mehr als 15 Menschen im Wasser ums Leben kamen, so feststellen. Die Notrufsäulen der Björn Steiger Stiftung sind ein wichtiger weiterer Beitrag für die Sicherheit an den Badestellen von Nordsee, Ostsee und unseren Binnengewässern – gerade nach diesem Sommer, an dem wir einen großen Ansturm auf die Strände in Schleswig-Holstein zu verzeichnen hatten“, so Jochen Möller, Präsident des DLRG Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V.

„Nicht nur bei Ertrinkungsnotfällen kann die Säule lebensrettend sein. Notfälle ereignen sich zu jeder Jahreszeit auch bei Spaziergängern, Fahrradfahrern und Joggern, die möglicherweise auch kein Handy zur Hand haben. Wir sind froh, dass wir gemeinsam mit der hiesigen DLRG die Säulen in Schleswig-Holstein zur Verfügung stellen können“, so Andreas Mihm von der Björn Steiger Stiftung.

Die erste Notrufsäule der Stiftung in Schleswig-Holstein ist bereits im Juli am Badestrand Tönning in Betrieb gegangen. Nun folgten Eckernförde, Hohenlockstedt und Sehlendorfer Strand und zeitnah dann Vollerwiek (Eiderstedt), Norgaardholz, Kronsgaard und Hasselberg. – Weitere Standorte in Schleswig-Holstein (insgesamt bis zu etwa 30 Stück) sind bereits vereinbart und werden bald auch im gesamten Bundesland folgen.


Björn Steiger Stiftung
Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde, bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufnummern 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall und dem Frühgeborenentransport. Seit 2019 stellt die Stiftung neu entwickelte, moderne Notrufsäulen an Badegewässern und anderen Notfallschwerpunkten auf.

DLRG Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Als einer von 18 Landesverbänden der DLRG stellt der Landesverband Schleswig-Holstein, mit rund 32.000 Mitgliedern und darüber hinaus vielen Förderern, die Wassersicherheit in Schleswig-Holstein sicher. Auf etwa 150 Wasserrettungsstationen an der Küste und im Binnenland sorgt die DLRG damit für sichere Freizeit am und im Wasser. Ein weiteres großes Aufgabengebiet ist die Ausbildung von Nichtschwimmern zu Schwimmern und von Schwimmern zu Rettungsschwimmern. Der Landesverband ist mit seinen etwa 100 Gliederungen vor Ort der wohl größte Anbieter von Schwimmkursen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (über 10.400 „Abzeichen“ in 2019). Die Bekämpfung des Ertrinkungstodes ist die Kernaufgabe, an der sich alle weiteren Aufgaben ausrichten – dabei werden jährlich rund 200.000 Stunden für Aus- und Fortbildung der eigenen Aktiven geleistet.

 

Kontakt:

Björn Steiger Stiftung
Presseabteilung
T +49 7195 30 55-213
F +49 7195 30 55-999
E pressestelle@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)
Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

T +49 4351 7177-0
F +49 4351 7177-44
E lv@sh.dlrg.de
H www.sh.dlrg.de

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